Schulcampus Leematten gibt weiterhin zu reden
22.05.2026 FislisbachFislisbach: Der Gemeinderat lud zur öffentlichen Informationsveranstaltung. Im Zentrum stand die Referendumsabstimmung vom 14. Juni
Der Schulcampus Leematten wird in drei Phasen ausgebaut. Die umstrittene Phase Sanierung löste eine Referendumsabstimmung aus. Vor der ...
Fislisbach: Der Gemeinderat lud zur öffentlichen Informationsveranstaltung. Im Zentrum stand die Referendumsabstimmung vom 14. Juni
Der Schulcampus Leematten wird in drei Phasen ausgebaut. Die umstrittene Phase Sanierung löste eine Referendumsabstimmung aus. Vor der Abstimmung am 14. Juni lieferte der Gemeinderat nun Erklärungen und stellte sich den Fragen.
m 14. Juni entscheidet die Fislisbacher Stimmbevölkerung an der Urne über einen Kredit in der Höhe von 5,28 Millionen Franken für eine Teilsanierung der Schulanlage Leematten. Zum zweiten Mal. Denn an der letzten Gemeindeversammlung hatten die Fislisbacherinnen und Fislisbacher diesen Kredit bereits mit deutlicher Mehrheit gutgeheissen. Dann aber ergriff eine Interessengemeinschaft (IG) Schulcampus um Andrea Frey, Roger Müller und Viktor Bosshard erfolgreich das Referendum. Ihnen fehlen bei der Schulraumplanung Leematten Vision und Gesamtkonzept. Sie bemängeln auch Transparenz und fehlenden Einbezug weiterer Akteure, etwa der Vereine. Nun wird am 14. Juni über den Sanierungskredit (Phase 2) abgestimmt. Dazu hatte die IG vor kurzem Flyer in alle Haushalte verteilt. – Fakt ist: Im Dorf wird engagiert diskutiert.
«Kein Stillstand, bessere Planung»
Auch deshalb erhielt das Thema am Dienstagabend viel Raum – weitere Themen wurden zügig behandelt.
Der zuständige Gemeinderat Diego Sandmeier, seit Anfang 2026 im Amt, präsentierte die Argumente des Gemeinderates. Die Bevölkerung habe in den letzten Tagen zahlreiche Informationen erhalten. Sandmeier projizierte Flyer und die Artikel aus dem «Reussbote» für die über 100 Anwesenden gut sichtbar an die Wand, um dann zunächst dem für die Finanzen zuständigen Ratskollegen Rony Füglistaller das Wort zu erteilen. Den Flyer kommentierte er: «Das ist gut, das gibt Diskussionsstoff.»
Die IG plädiert auf dem Flyer für ein «‹Nein› zum 22-Millionen-Franken- ‹Blindflug›». Der aktuelle Kredit von 5,28 Millionen Franken sei lediglich «Phase 2» einer Sanierung der bestehenden Schulbauten. Im Investitionsbudget für «Phase 3» seien weitere 17 Millionen Franken für die Weiterentwicklung des Schulcampus eingeplant. Die IG empfiehlt ein «Nein», weil unter anderem ein Gesamtplan für einen zukunftsfähigen Schulcampus fehlten, unklar seien auch Kosten und Risiken. Es werde «viel Geld für wenig Wirkung» ausgegeben. Die IG meint, ein «Nein» zum Kredit bedeute «keinen Stillstand, sondern bessere Planung».
«Diese Zahlen sind sehr ungenau»
Gemeinderat Rony Füglistaller erklärte, dass der Kredit für die Sanierung der bestehenden Schulhäuser unverändert bei rund 5 Millionen Franken bleibe. Die 17 Millionen für die Schulraumentwicklung stünden dagegen im Investitionsplan und würden sich auf Phase 3 beziehen. Der Investitionsplan stelle eine Planungsgrundlage für den Gemeinderat dar, der auf Prognosen basiere. In der dritten Bauphase müsse ein neuer Kindergarten geplant werden: «Dafür wurden 5 Millionen Franken eingesetzt.» Für den Ausbau der Schule mit Turnhalle wurden 12 Millionen Franken im Investitionsplan gelistet. «Diese Zahlen sind sehr ungenau», meinte Füglistaller. «Dennoch erlaubt ein Investitionsplan dem Gemeinderat, die Richtung festzulegen und den Steuerfuss zu bestimmen.»
«Sanierungsbedarf ist vorhanden»
Nach diesen Ausführungen erklärte Diego Sandmeier, die Teilsanierung Leematten sei von langer Hand geplant. Weil kein Neubau vorgesehen sei, brauche es keinen Architekturwettbewerb. Und zum Vorwurf «fehlende Transparenz» entgegnete er: «Es gab Informationsveranstaltungen, Gemeindeversammlungen, die Verwaltung gibt Auskunft und auch für Lehrpersonen gab es Info-Anlässe.» Mit der Sanierung würden die Schulbauten den Bedürfnissen gemäss Behindertengleichstellungsgesetz gerecht. Die eingesetzten 400 000 Franken für die Turnhallen-Sanierung seien nötig, weil die Schule die Halle auch weiterhin benutzen muss.
Als grossen Unsicherheitsfaktor bezeichnete schliesslich Fabian Egger, der seit 2022 Geschäftsleiter der Schule Fislisbach ist, die Entwicklung der Schülerzahlen. «Weil die Anforderungen noch nicht bekannt sind, ist die Planung eines Neubaus verfrüht.» – Dies auch im Hinblick auf grosse Ausbauprojekte im Gebiet Buech.
Der mit der Teilsanierung beauftragte Planer Severin Herrigel erklärte: «Die Bausubstanz der Schulbauten ist gut, aber Sanierungsbedarf ist klar vorhanden, bei Dächern, Beleuchtung und bei der Haustechnik.» Um solche Massnahmen, betonte er, komme man nicht herum.
IG: «Wir möchten das verstehen»
Schliesslich meinte Gemeinderat Sandmeier: «Die Bedürfnisse der Vereine werden in der dritten Phase abgeholt.» Nach 2030 geht es um die Erweiterung des Schulcampus mit Kindergarten, Leematten III oder IV und bei der Turnhalle stellt sich dann auch die Frage Neubau oder Sanierung.
Für die IG ergriff in der anschliessenden Diskussion Roger Müller das Wort: «Das alles wissen wir.» Die IG wolle aber mehr Details, Einblick in die Gesamtüberlegungen und eine Vision für die Entwicklung des Schulcampus. Im Investitionsplan sei beim Schulhaus Leematten III «Aufstockung» vermerkt: «Wir möchten solche Überlegungen verstehen.»
Planer Severin Herrigel antwortete: «Bis neue Räumlichkeiten zur Verfügung stehen – mit Planung, Bauzeit bis Bezug – vergehen sechs Jahre.» Einem Neubau, etwa beim Kindergarten, stehe nichts im Wege, aber bei der Turnhalle müsse etwa die Belüftung rasch saniert werden. Das investierte Geld sei nicht verloren. «Um den Schulraum weiter nutzen zu können und den Bildungauftrag zu erhalten, muss aber in die Sanierung investiert werden», so Herrigel.
Auf Müllers Anschluss-Frage, warum die Vereine nicht früher einbezogen wurden, verwies Frau Gemeindeammann Simone Bertschi auf das dreistufige Modell. Schliesslich bat sie die Anwesenden, zur Verbreitung der Informationen beizutragen. – Dazu könnte auch ein Abonnement des «Reussbote» beitragen, findet die Redaktion.
Heidi Hess

