Schulraumerweiterung und Reusssteg im Fokus
20.01.2026 KüntenDer frisch gewählte Gemeinderat hat ein neues, kompaktes Leitbild für die Gemeinde erstellt – dieses bildet die Basis für die Legislaturziele
«Natürlich. Lebendig. Eigenständig», lautet der Slogan mit dem das neue Leitbild der Gemeinde Künten ...
Der frisch gewählte Gemeinderat hat ein neues, kompaktes Leitbild für die Gemeinde erstellt – dieses bildet die Basis für die Legislaturziele
«Natürlich. Lebendig. Eigenständig», lautet der Slogan mit dem das neue Leitbild der Gemeinde Künten überschrieben ist. Das skizziert in groben Zügen die mittel- und langfristigen strategischen Ziele. Einige konkrete Projekte stehen aber schon in nächster Zeit an, wie Gemeindeammann Daniel Schüepp verrät.
Wieso brauchte es überhaupt ein neues Leitbild? Das alte Leitbild sei bereits über zehn Jahre alt gewesen und entspreche nicht mehr den heutigen Gegebenheiten und den Wünschen des Gemeinderates, erklärt Gemeindeammann Daniel Schüepp. «Wir haben kompakt und bündig zusammengefasst, was für uns als Gemeinderat die wichtigsten Ziele sind», sagt er zum zweiseitigen Leitbild. Dieses bilde gleichzeitig die Basis für die Legislaturziele, selbst wenn sich nicht alles in den kommenden vier Jahren realisieren lasse und es auch um die langfristige Entwicklung des Dorfes gehe. Das Leitbild ist in Zusammenarbeit von Gemeinderat und Gemeindeverwaltung entstanden. Auf eine direkte Beteiligung der Bevölkerung, etwa durch Workshops, wie beispielsweise in Niederrohrdorf, hat man bewusst verzichtet. Denn hätte man alle Wünsche der verschiedenen Interessengruppen aufgenommen, hätte man die gewünschte kompakte Form wohl nicht umsetzen können, so Schüepp.
Gesundes Wachstum angestrebt
Neben hoher Lebens- und Wohnqualität strebe man für die Zukunft ein «gesundes und nachhaltiges Wachstum» an, heisst es wörtlich im Leitbild. «Wir sind rund 2000 Einwohnerinnen und Einwohner. Wenn wir eine Überbauung mit 1000 zusätzlichen Leuten hätten, müssten wir Verwaltung und Schule massiv ausbauen und hätten ausserdem zu wenig Tagesstrukturen», nennt Schüepp ein Beispiel, wie man eben gerade nicht wachsen will. «Punkto Nachhaltigkeit ist es auch wichtig, dass die Gemeinde finanziell gesund bleibt», ergänzt der Gemeindeammann. Auch den sorgsamen Umgang mit Steuergeldern sowie einen möglichst ausgeglichenen Haushalt hat der Gemeinderat sich ins Leitbild geschrieben. Man strebe auch für die Zukunft mit Bedacht einen gleichbleibenden Steuerfuss an.
Infoanlass zu Schulraumerweiterung
Dem Thema Bildung widmet das Leitbild einen eigenen Absatz. Die Gemeinde Künten werde die Rahmenbedingungen schaffen, um den Bildungsauftrag für die Unterstufe und Mittelstufe erfüllen zu können, heisst darin. Ziel sei eine zeitgemässe Infrastruktur für Unterricht, Sport ICT, Lehrmittel und moderne Lehr- und Lernmethoden. Ein konkretes Projekt in diesem Zusammenhang ist die geplante Schulraumerweiterung, die demnächst in die nächste Phase eintritt. «Wir werden die Bevölkerung Ende Februar über das Siegerprojekt des Projektierungswettbewerbs informieren», so Schüepp. An der Winter-Gemeindeversammlung im November soll bereits der entsprechende Baukredit traktandiert werden. Im Projekt enthalten ist auch eine neue Einfachturnhalle, die im Anschluss ebenfalls angegangen werden soll. Diese werde gestaffelt gebaut und finanziert, so Schüepp. Bereits seit zwei Jahren fliessen die erwirtschafteten Gewinne der Gemeinde in die Vorfinanzierung der Turnhalle, um spätere Abschreibungen zu verringern und künftige Rechnungen zu entlasten.
Reusssteg ist sein Herzensprojekt
Auch die endgültige Umsetzung des «Reussstegs» hat Eingang in das Leitbild gefunden: «Das ist ein Herzensprojekt von mir», betont Daniel Schüepp. Im Rahmen der Vorprojektierung, für welche die beiden beteiligten Gemeinden insgesamt 400 000 Franken gesprochen haben, erwartet man voraussichtlich bis Februar erste Grafiken und Visualisierungen sowie detailliertere Zahlen. Mit diesen will die Gemeinde dann auf Sponsorensuche gehen, um die Kosten zu reduzieren. Der Baukredit für das Projekt kommt schon an der Sommer-Gmeind am 2. Juni in Künten zur Abstimmung. Auch die Gemeindeversammlung in Fischbach-Göslikon muss im Sommer noch zustimmen, da die Gemeinden sich die Kosten teilen. Eröffnet werden könnte der Reusssteg dann voraussichtlich im Frühling 2028.
Nutzungsplanung in Arbeit
Im Bereich Bau setzt die Gemeinde laut Leitbild auf «qualitative Zonenentwicklung». Auch die Neuansiedlung von Kleingewerbe soll gefördert werden. Aktuell sei man an der Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung, sagt Daniel Schüepp. Der Entwurf werde demnächst beim Kanton eingereicht. Man setze auf gemischte Zonen, so Schüepp auf die Frage, ob bei der Dorfentwicklung der Schwerpunkt auf Wohn- oder Gewerbezonen gelegt werde. Im Zentrum steht dabei die mögliche spätere Nutzung des Taracell- sowie des Birchmeier-Areals und das unbebaute Gebiet «Mitte» beim Gemeindehaus, das letzte Bauland in Künten, das sich in Gemeindehand befindet. Idealerweise sollen sich in der Dorfmitte Ärzte, Cafés oder andere Dienstleistungen ansiedeln. «Für die Dorfzone wollen wir Einfluss nehmen, dass kein Wildwuchs entsteht und neue Bauten den Dorfcharakter erhalten», erläutert Schüepp weiter. Auch altersgerechte Angebote und Wohnraum sowie allgemein Raum für Begegnungen will man fördern.
Neben dem Erhalt der Umwelt ist auch die Verkehrssicherheit – insbesondere die Schulwegsicherheit – ins Leitbild eingeschrieben. «Als erste Massnahme haben wir die Mittellinie auf der Hauptstrasse weggenommen», so Schüepp. Dadurch solle die Aufmerksamkeit der Autolenker erhöht werden. Weitere Massnahmen, wie eine Fahrbahnverengung Richtung Bellikon durch Pfosten sowie Tempo 20 Richtung «Chäsi» sind geplant («Reussbote» vom 16. Januar). Das komplette Leitbild ist auf der Gemeindehomepage nachzulesen.
Michael Lux

