Künten: Das Dreschteam Steger übergibt seinen Kundenstamm und verkauft einen Mähdrescher an die Simmen Agro
Am Montagabend wurde auf dem Seewadelhof gefeiert. Die Kundinnen und Kunden des Dreschteams Steger werden künftig vom Lohnunternehmen Simmen Agro ...
Künten: Das Dreschteam Steger übergibt seinen Kundenstamm und verkauft einen Mähdrescher an die Simmen Agro
Am Montagabend wurde auf dem Seewadelhof gefeiert. Die Kundinnen und Kunden des Dreschteams Steger werden künftig vom Lohnunternehmen Simmen Agro betreut. – Wie es zur «Win-Win-Lösung» kam.
Schon jetzt dreschen Alex Simmen und sein Team für Kundinnen und Kunden, die zuvor vom Niederrohrdorfer Dreschteam Steger betreut wurden. Die offizielle Übergabe des Mähdreschers der Brüder Daniel und Urban Steger fand hingegen am Montagabend auf dem Seewadelhof in Künten statt. Beim Kundenanlass stellte der Betrieb Simmen Agro GmbH, geführt von Alex und Andreas Simmen, seine neuen Mähdrescher und Teile des weiteren Maschinenparks vor und informierte über künftige Dienstleistungen. Es sei ein schöner Anlass gewesen, meint Andreas Simmen. «Ein toller Erfolg.»
Erst vor kurzem wurde das Angebot der Agro Simmen erweitert. Bislang presste das in Künten stationierte Lohnunternehmen Grossballen, Heu-, Stroh- und Siloballen. Der Betrieb kümmert sich auch um Flüssigtransporte von Düngemitteln sowie um die Verteilung von Gülle mittels Schleppschlauchverteiler. Weitere Standbeine ist der Transport loser Waren wie Getreide oder Rüben und schliesslich kümmert sich das Team auch um das Aussäen von Saatgut. In Zukunft wird Simmen Agro auch Korn dreschen.
Nach dem Unfall: Wie weiter?
Diese Erweiterung hat ihre eigene Bewandtnis. Viele dürften sich an den Unfall mit dem Mähdrescher erinnern, der sich Ende April im Weiler Holzrüti ereignete: Damals geriet Urban Steger vom Niederrohrdorfer Dreschteam Steger bei einem Wendemanöver mit seinem Mähdrescher zu nah an den Strassenrand, die schwere Maschine kippte und überschlug sich im Hang. Wie durch ein Wunder erlitt Urban Steger nur leichte Verletzungen, er kam mit dem Schrecken davon. «Ich hatte 1000 Schutzengel», sagt der 64-Jährige rückblickend. Die Maschine aber erlitt Totalschaden.
Für die Brüder Steger stellte sich die Frage: Wie weiter? Sollten sie den Mähdrescher ersetzen und 300 000 bis 400 000 Franken in eine neue Maschine investieren? Sowohl Daniel als auch Urban Steger erklären, in wenigen Jahren hätten sie ihren Betrieb ohnehin weitergegeben – auch Daniel Steger wird in einigen Jahren pensioniert und familienintern zeichnete sich keine Nachfolge ab. «Nun hat sich das beschleunigt», sagt Urban Steger.
Der Maschinenkauf kommt zustande
Mitte Mai fragten sie Alex und Andreas Simmen, mit denen sie schon lange zusammenarbeiten, ob sie an dem verbliebenen, intakten Mähdrescher interessiert seien. Gleichzeitig sollte der Kundenstamm weitergegeben werden. «Uns war wichtig, dass auch unsere Kundschaft eine gute Lösung erhält.» Vater und Sohn Simmen mussten sich die teure Investition zunächst überlegen. Dann aber sagten sie zu. Sie kauften den Mähdrescher der Brüder Steger und investierten zusätzlich in eine neue Maschine. «Eine sinnvolle Lösung für alle», sagt Andreas Simmen, der gemeinsam mit seinem Sohn Alex Simmen, gelernter Landwirt, den Betrieb Simmen Agro in Künten seit 2014 aufgebaut hat. Mit dem Mähdrescher-Kauf übernimmt Simmen Agro künftig auch Drescharbeiten. Und Urban Stegers Sohn, gelernter Landmaschinenmechaniker, sowie zwei Chauffeure werden künftig für Simmen arbeiten.
Heidi Hess