So macht der Spaziergang auch Kindern Spass
09.10.2026 FislisbachFislisbach: Beim Spaziergang mit Noe und Max vergessen wir auf der kurzen Route des neuen «Chugälibahn»-Wegs beim Spielen die Zeit
Geduld, Geschick und Fantasie sind gefragt, manchmal braucht es auch Teamwork. Das alles macht den Reiz der elf Kugelbahnen in ...
Fislisbach: Beim Spaziergang mit Noe und Max vergessen wir auf der kurzen Route des neuen «Chugälibahn»-Wegs beim Spielen die Zeit
Geduld, Geschick und Fantasie sind gefragt, manchmal braucht es auch Teamwork. Das alles macht den Reiz der elf Kugelbahnen in Fislisbach aus.
Eifrig lenken Noe (9) und Max (7) ihre Holzkugeln durch die Bahnen im Wappen der Gemeinde Fislisbach. Diese erste Station im Fislisbacher «Chugälibahn»-Weg ähnelt einem Geduldspiel: Die Kugel, die man beim Automaten daneben für einen Fünfliber erhält, kriegt die Kurve nur, wenn die blaue Wappentafel geschickt ausbalanciert wird. Viertklässler Noe und Zweitklässler Max haben Übung. Auch jetzt verkürzen sie sich so die Wartezeit vor dem Gemeindehaus.
An diesem sonnig-warmen Herbstnachmittag begleitet die Reporterin die Buben und ihre Mütter Daniela Hauser und Tiziana Hümbeli auf dem neuen «Chugälibahn»-Weg. Hauser und Hümbeli sind Vorstandsmitglieder des im Dezember 2024 gegründeten Vereins «Chugälirond», der verschiedene Stationen mit Kugelbahnen bauen wollte und rechtzeitig zum Dorffest im letzten Juni den «ersten Fislisbacher «Chugälibahn»-Weg eröffnen wollte. Tatsächlich rollte die erste Kugel am 4. Juni. Seither werden elf Kugelbahn-Stationen rege genutzt. Auch wir machen uns auf den Weg, wählen die kürzere Route. Zweitklässler Max ist mit dem Trottinett unterwegs – der ganze Weg ist übrigens kinderwagentauglich. «Eigentlich könnte er sogar mit dem Velo befahren werden», meint Daniela Hauser.
Wir queren die Strasse und spazieren zum Spielplatz Tannenburg, wo die Buben den von Hand betriebenen Lift, der die Kugel zum Start der Kugelbahn befördert, besonders «cool» finden. Bereits bei dieser Station vergessen Noe und Max die Zeit, variieren ihr Spiel. «Wir könnten hier stundenlang verweilen», lachen die Mütter. Nicht an diesem Nachmittag.
Geduld, Geschick und Teamwork
Über den Schulhausplatz geht es zum Windrad, der ältesten Kugelbahn in Fislisbach. Sobald der Wind ins Rad bläst, bewegt sich hinter Glas eine Murmel. «Diese Bahn zum Zuschauen existierte bereits, als wir hier zur Schule gingen», erinnern sich Daniela Hauser und Tiziana Hümbeli. Sie war kaputt, wurde für den «Chugälibahn»-Weg aber wieder instandgesetzt. Eigentlich würde der direkte Weg zum Feuerwehrmagazin führen. Wir aber machen einen Abstecher an den Dorfrand, Ecke Föhrenstrasse, Dammstrasse. Dort hat Diebold und Zgraggen Gartenbau eine Bahn mit Insektenhotel gebaut. Max nimmt die Zange, klemmt seine Kugel dazwischen und stellt sich auf die Zehenspitzen. Erst als ihm der ältere und etwas grössere Noe hilft, fällt sie in das Bambusrohr und kommt ins Rollen.
Bevor wir das Feuerwehrmagazin erreichen, ist eine Pause nötig: Gestärkt mit einem Schluck Wasser und ein paar Guetzli geht es schliesslich zur Löcherwand mit den Seilen. Hier versucht auch die Reporterin ihr Geschick: Ein feines Händchen ist nötig, um die Kugel in die Höhe zu heben. Noe und Max gefällt die Herausforderung.
Die letzten Bahnen warten. Beim Affenbaum liessen Lehrlinge der Schreinerei Peterhans, Schibli und Co. ihrer Fantasie freien Lauf, kreierten unterschiedliche Zugänge für die Kugeln, setzten Mühlräder in die Bahn, um die Kugel schliesslich in einem Häuschen verschwinden zu lassen. Max liebt den Standort am Waldrand, Noe mag es, dass man eingreifen muss, damit die Kugel weiter rollt.
Die kurze Route endet für uns im Alterszentrum am Buechberg. Dort steht ein komplexes Kupferdrahtgeflecht neben dem Fischteich. Gestaltet hat es der Wettinger Künstler Alain Schartner. In der filigranen Konstruktion bleiben die Kugeln aber leider auch mal stecken, sorgen für Stau. «Fremde Kugeln, zu gross oder zu klein», kommentieren Hauser und Hümbeli. Ein Mitarbeiter löst den Stau im Drahtgeflecht regelmässig auf. Das tut er auch an diesem Nachmittag, unter aufmerksamer Beobachtung der beiden Primarschüler Noe und Max.
Heidi Hess
«Chugälibahn»-Weg
Der Start zum ersten Fislisbacher «Chugälibahn»-Weg befindet sich neben dem Gemeindehaus in Fislisbach. Dort gibt es beim Automaten für einen Fünfliber auch eine Holzkugel, die man behalten kann. Kugeln sind ausserdem in der Cafeteria des Alterszentrums oder beim Guggerhof (auch Twint) erhältlich. Neben der vorgestellten, kurzen Route existiert eine längere Route mit zusätzlichen Stationen im Buechwald, bei Quad-Tech-Koch, beim Guggerhof und beim Mattenhof. Weitere Informationen unter: Chugaelirond-fislisbach.ch. (hhs)







