Fislisbach: Das Jahreskonzert der Musikgesellschaft war eine musikalische Reise durch Lateinamerika. Es stand unter dem Motto «Latin Fever»
Die erste Jahreshälfte war vom Eidgenössischen Musikfest und vom Dorffest geprägt. Deshalb trat die ...
Fislisbach: Das Jahreskonzert der Musikgesellschaft war eine musikalische Reise durch Lateinamerika. Es stand unter dem Motto «Latin Fever»
Die erste Jahreshälfte war vom Eidgenössischen Musikfest und vom Dorffest geprägt. Deshalb trat die Musikgesellschaft zu ungewohnter Jahreszeit auf: Im Herbst. Unter der Leitung von Urs Heri begeisterte sie mit einem anspruchsvollen Latinoprogramm.
Mit dem «Zuger-Marsch» betraten die Musikantinnen und Musikanten die Bühne in der Mehrzweckhalle Leematten und stimmten ein in das bevorstehende Konzert. Danach wartete eine besondere Herausforderung: Die «Second Suite For Band» des amerikanischen Komponisten Alfred Reed.
Das sinfonische Werk besteht aus vier Sätzen. Den Sätzen liegen zum Teil bekannte Melodien zugrunde. Rhythmen wie Calypso, Tango und Paso Doble waren ebenso zu geniessen wie brillant interpretierte Soli. Auch die Schlagwerke waren gefordert bei den anspruchsvollen Latino-Rhythmen. Die Komposition sei ursprünglich in der Höchstklasse eingeteilt gewesen, erklärte Dirigent Urs Heri. Es sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, diese Suite einzustudieren. Die Musikerinnen und Musiker hätten es aber bestens gemeistert, freute sich der mehrfach preisgekrönte Dirigent und Musiklehrer.
Das Publikum ist begeistert
Es folgten drei Kompositionen des amerikanischen Komponisten Leroy Anderson mit eher beschwingten Genres. Show-Time war angesagt mit dem Titel «Typewriter». Als Solist amtete Musikant Alain Späni. Nicht auf einem Schlaginstrument gab er das Metrum, sondern auf einer klassischen Schreibmaschine. Dem jungen Publikum müsse man wahrscheinlich noch erklären, was man unter einer Schreibmaschine verstehe, witzelte Konzertsprecher Franz Schenker. Die ratternde Schreibmaschine auf der Bühne begeisterte, frenetischer Beifall war der Lohn. Das Stück musste wiederholt werden. Ebenfalls aus der Feder von Leroy Anderson stammt das Werk «Clarinet Candy». Der Klarinettensatz meisterte die technisch schwierigen Passagen bravourös. Auch dieser Titel wurde rausgeklatscht.
Schönes Solo von Beatrice Porta
Einen weiteren Höhepunkt setzte der Leckerbissen «Song Samba» des brasilianischen Komponisten Luiz Bonfa. Besonders ins Rampenlicht trat Flötistin Beatrice Porta mit ihrer Alt-Querflöte. Mit dem weichen Ton dieses nicht alltäglichen Instrumentes spielte sie sich in die Herzen der Zuhörerschaft und erntete sogar Zwischenapplaus. Weitere Solisten auf Altsaxofon und Klarinette setzten sich gekonnt in Szene. Auch diese Darbietung musste wiederholt werden.
Als Feuerwerk der Latinomusik bezeichnete Konzertsprecher Franz Schenker die bekannte Komposition «El Cumbanchero». Mit diesem Reisser beendete die Musik Fislisbach ihr Konzert. Brillant nochmals die Soloeinlagen der Piccoloflöte. Das Publikum in Bestlaune verlangte Zugabe um Zugabe. Lüpfig und beschwingt kam der Klassiker «Brazil» rüber. Schliesslich klang der tolle Abend aus mit Barry Manilows einstigem Megahit «Copacabana (At The Copa)».
Peter Thomann