Der Entscheid von fünf Gemeinderäten (Bellikon, Mellingen, Oberrohrdorf, Stetten und Tägerig), die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal verlassen zu wollen, ist für mich nur schwer nachvollziehbar. Selbstverständlich ist es legitim, bestehende Strukturen zu ...
Der Entscheid von fünf Gemeinderäten (Bellikon, Mellingen, Oberrohrdorf, Stetten und Tägerig), die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal verlassen zu wollen, ist für mich nur schwer nachvollziehbar. Selbstverständlich ist es legitim, bestehende Strukturen zu hinterfragen und nach günstigeren Lösungen zu suchen. Doch darf die Sicherheit unserer Bevölkerung tatsächlich zur Sparfrage werden?
Unsere Regionalpolizei bietet weit mehr als reine Polizeiarbeit. Sie kennt die örtlichen Verhältnisse, ist nahe bei der Bevölkerung und gewährleistet eine sichtbare Präsenz in unseren Gemeinden. Diese Vorteile lassen sich nicht einfach mit einem günstigeren Angebot aufwiegen.
Die personellen Schwierigkeiten der Vergangenheit sind unbestritten. Inzwischen hat sich die Situation unter der neuen Führung aber deutlich verbessert. Die Regionalpolizei erreicht nahezu ihren vollen Personalbestand. Gleichzeitig weist der Kanton selbst auf den dringenden Bedarf an zusätzlichen Polizeikräften hin. Weshalb also eine personell wiedererstarkte Organisation aufgeben und ihre Aufgaben einer Polizei übertragen, die selbst mit knappen Ressourcen zu kämpfen hat?
Besonders bedenklich ist, dass mit dem Austritt von fünf Gemeinden die Existenz der gesamten Regionalpolizei gefährdet wird. Damit stehen auch jahrelange Investitionen und eine bewährte regionale Zusammenarbeit auf dem Spiel. Hinzu kommt, dass die austretenden Gemeinden gemäss bestehendem Vertrag noch bis mindestens 2035 an Mietkosten gebunden bleiben. Ob sich ein Wechsel unter diesen Voraussetzungen tatsächlich rechnet, darf durchaus hinterfragt werden.
Ich hoffe deshalb sehr, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der fünf betroffenen Gemeinden diesen Entscheid an ihren Gemeindeversammlungen korrigieren und sich für den Verbleib in der Regionalpolizei aussprechen. Denn eine starke, bürgernahe Polizei ist ein wertvolles Gut, das wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollten.
Roland Mürset, Wohlenschwil