Stetten: An der Sommergmeind sorgten die Rechnung und der undefinierbare Gestank im Dorf für Gesprächsstoff
22.05.2026 Stetten, StettenEs stinkt gewaltig in der Dorfmitte. Das von der Oberdorfstrasse bis zur Grabenmattenstrasse. «Es ist gruselig», sagte Gemeinderätin Claudia Hoppler an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle Egg. «Wir wissen nicht, woher der Geruch stammt.» Unter «Verschiedenes» informierte sie die 62 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über das stinkende Problem. Eine anwesende Stetterin sagte, dass es bereits seit letztem Donnerstag gewaltig stinke. Da sie in einem Minergie-Haus wohne, sei zuerst abgeklärt worden, ob es an der Lüftung liege. Doch die Abklärung hätte ergeben, dass es eindeutig an der Aussenwelt liege. Claudia Hoppler sagte: «Die einen sagen es stinke nach Katzenklo, Kaffee oder gar nach Kadaver.» Fakt sei, der Geruch sei undefinierbar. «Sehr wahrscheinlich stamme der Geruch von der Hauptleitung des Abwassers. Je nach Witterung stinkt es grausig», so Hoppler. Auch die Regenfälle hätten keine Besserung gebracht. Daher werde nun dem Gestank mit Kanal-TV auf den Grund gegangen. «Wir sind dran und hoffen, dass wir die Ursache schnell finden und beseitigen können.»
Mängel beim Holzanbau der Schule
Unter Traktandum «Verschiedenes» informierte Gemeinderätin Nadine Mettauer ebenfalls über eine nicht erfreuliche Sache. «Der Holzanbau des Primarschulhauses Egg weist Feuchtigkeitsschäden auf», sagte sie. Fehlerhafte Fensteranschlüsse hätten dazu geführt. Leider sei bereits die Mängelrügefrist von fünf Jahren abgelaufen, der Anbau bereits sieben Jahre alt. «Eine Sanierung bei einem erst siebenjährigen Bau durchzuführen ist nicht erfreulich», sagte Mettauer. «Die Gemeinde steht im engen Kontakt mit den damaligen Handwerkern und der Baufirma. Auch juristische Abklärungen würden laufen. «Bevor die Abklärungen abgeschlossen sind, können wir nicht sagen, wie hoch die Sanierungskosten ausfallen werden.»
Rechnung schliesst mit Defizit ab
Die Rechnung 2025 schliesst mit einem Defizit von 805 580 Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 397 000 Franken. Gemeindeammann Stephan Schibli sagte: «Der Gemeinderat nimmt das diesjährige Ergebnis zum Anlass, künftig in Bereichen mit hoher Unsicherheit vorausschauender, vorsichtiger zu budgetieren und frühzeitig Analysen durchzuführen.» Zur Abweichung hätten nicht vorhersehbare oder einmalige Faktoren beigetragen. So gab es beim Posten «allgemeine Verwaltung» unter anderem Mehrkosten von 106 777 Franken durch personelle Rekrutierungen bei der Finanz- und Steuerverwaltung.
Ein grosser Posten fiel bei der «Soziale Sicherheit» mit einem Plus von 230 000 Franken an. Dazu kommen Aufwendungen für Kultur, Sport, Freizeit und Gemeindestrassen von 84 500 Franken. Die Steuereinnahmen der Gemeinde seien hingegen fast punktgenau budgetiert worden. Ein Stimmbürger fragte, weshalb sich die sozialen Aufwendungen in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hätten. Vizeammann Patrick Kreyenbühl sagte: «Wir sind in der Gesamtzahl der Sozialfälle immer noch unter dem kantonalen Schnitt. Aber auch Einzelfälle können ins Geld gehen.» Der Souverän genehmigte die Rechnung mit 52 zu 0 Stimmen. Mit grossem Mehr wurde auch dem Protokoll, dem Rechenschaftsbericht und der Einbürgerung von drei Personen zugestimmt.
Tagesstruktur an neuem Standort – Souverän sagt Ja
Die Oberstufe braucht wegen steigender Schülerzahlen ab August mehr Platz. Die Räumlichkeiten der Tagesstrukturen werden dann in Schulräume umfunktioniert. Der Gemeinderat hat inzwischen für die Tagesstrukturen in der ehemaligen Privatschule «Aha!» an der Unterdorfstrasse 6. eine Ersatzlösung gefunden. Das Mietverhältnis beginnt ab 1. August 2026. Der Mietzins beträgt monatlich 1500 Franken zuzüglich Nebenkosten von 300 Franken. Der Souverän stimmte dem Mietvertrag mit 56 zu 0 Stimmen zu.
Eine besorgte Mutter sagte: «Ich finde die Räume für die Tagesstruktur super. Trotzdem mache ich mir Sorgen, da Schulkinder gleich zwei Mal die Strasse queren müssen, um zum neuen Standort zu gelangen.»
Die Gemeinderätin Franziska Schmider führte aus, dass Kindergartenkinder begleitet und Schulkinder durch einen Polizisten den Weg zur Unterdorfstrasse üben werden.
Debora Gattlen

