Tierisch gut – Meilensteine des Wandels im Reusspark
03.05.2025 NiederwilNiederwil: Der Jahresbericht des Reussparks liegt vor. Die Rechnung des Zentrums für Pflege und Betreuung schliesst mit einem Minus ab
Beim Reusspark standen 2024 bedeutende Meilensteine an. Der Umbau der Küche erfolgte bei laufendem Betrieb, eine IT-Lösung wurde ...
Niederwil: Der Jahresbericht des Reussparks liegt vor. Die Rechnung des Zentrums für Pflege und Betreuung schliesst mit einem Minus ab
Beim Reusspark standen 2024 bedeutende Meilensteine an. Der Umbau der Küche erfolgte bei laufendem Betrieb, eine IT-Lösung wurde eingeführt und ein neues Leitbild erstellt.
Das vergangene Jahr stand im Reusspark ganz im Zeichen des Jahresmottos «Tierisch gut!». Das Motto wurde in allen Bereichen umgesetzt – von der Pflege und Betreuung über den Medizinischen Dienst bis zu Gastronomie und Kultur. Seit 2016 setzt die Institution erfolgreich bei den Bewohnerinnen und Bewohnern auf Therapien und Aktivierung mit Tieren. Mehr als hundert Tiere – darunter Esel, Minipigs und Hühner stehen regelmässig dafür im Einsatz. Langjährige Beobachtungen zeigen, dass bei den Bewohnerinnen und Bewohnern durch die Tiere das psychische und soziale Wohlbefinden nachweislich verbessert wird. Dem Jahresbericht 2024 ist zusätzlich zu entnehmen, dass verschiedene Anlässe zum Fokusthema während des ganzen Jahres stattfanden. So unter anderem diverse Vorträge, Kunstausstellungen und das Einführen einer Eselkutsche für weniger mobile Bewohnende. Da leider der Poitu-Esel «Fakir» an einer chronischen Hormonkrankheit leidet, ist dieses Projekt auf Eis gelegt. Es wird nach weiteren Lösungen Ausschau gehalten. Das Restaurant Gnadenthal lancierte zudem als erster Gastrobetrieb im Aargau eine Menükarte für Hunde.
Moderne IT-Lösung
Mit dem erfolgreichen Start der neuen IT-Lösung aufs Jahr 2024 setzte der Reusspark einen wichtigen Meilenstein in der IT-Geschichte. Die Bewohnenden- und die Personaladministration, die Buchhaltung sowie die Bettenverwaltung des Tages- und Nachtzentrums wurden auf eine neue Software umgestellt. Eine Herausforderung war auch die Inbetriebnahme der neuen Telefonanlage. Wegen zunehmender Problemen mit der veralteten Technik wurden alle Tisch- und Funktelefone sowie die gesamte Telefonanlage ersetzt. Der Reusspark setzte mit dem Wechsel ein Zeichen, die Infrastruktur auf dem neuesten Stand zu halten und einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.
Unternehmenskultur pflegen
In den vergangenen Jahren wurde stets an der Unternehmenskultur gearbeitet. Diese basieren auf drei Säulen: Zufriedenheit, Vertrauen und Unternehmertum. Diese Philosophie fördert die Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Reusspark. Nun folgte ein neues Leitbild. Damit verfügt der Betrieb über eine Grundlage für den weiteren Weg und das Gemeinschaftsgefühl wird weiter gestärkt. Es ist eine Art moralischer Kompass und bietet Orientierung für Entscheidungen und Handlungen. Gemeinsam erstellten die Mitarbeitenden, die Führungsebene und die Firma Rethink das neue Leitbild. Die Mitarbeitenden konnten sich aktiv in Workshops einbringen.
Küchenumbau war herausfordernd
2024 standen auch die grossen Umbauten der Heim- und Restaurantküche an. Während des dreimonatigen Umbaus der Küche Restaurant Gnadenthal bekochte die Restaurant-Crew ihre Gäste im Winterchalet. Am Karfreitag konnte das Restaurant Gnadenthal wieder eröffnen.
Die Umbauten verlangten dem Küchenteam viel ab, liest man weiter im Bericht. Über Monate kochten sie in einem Containerprovisorium auf kleinstem Raum. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Die neuen Küchen sind modern und die Geräte leistungsfähiger. Die Fläche für die kalte Küche hat sich sogar verdoppelt.
Neu eingerichtet wurde ein Empfangszimmer, wo Gespräche mit potenziellen Bewohnerinnen und Bewohnern und deren Angehörige geführt werden können.
2023 verpachtete der Verein Gnadenthal die in ihrem Besitz stehenden 40 Hektare Landwirtschaftsland neu. Die neuen Pächterinnen und Pächter haben sich verpflichtet, die Flächen nach dem Programm «Landwirtschaft – Biodiversität – Landschaft (Labiola» zu bewirtschaften. 2024 wurde mit der schrittweisen Umsetzung der Biodiversitätsmassnahmen begonnen. Hecken und Hochstammbäume wurden gepflanzt, Kleinstrukturen angelegt und im Frühjahr 2025 ein Amphibienweiher erstellt. Gehofft wird, dass der Veloweg vom Kreisel Niederwil zum Reusspark in naher Zukunft realisiert wird. Angedacht ist, entlang des Weges eine Allee anzulegen und weitere Naturflächen zu schaffen.
Der Vorstand des Vereins Gnadenthal verabschiedete ausserdem ein neues Organisationsreglement. Es gehört zu einer modernen Organisation und dient als Leitdokument für die Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand und der Geschäftsleitung.
Gewinn erwirtschaftet
Die Erfolgsrechnung 2024 weist einen Betriebsertrag von 39,4 Millionen Franken auf. Dem steht der Aufwand von 32,6 Millionen Franken gegenüber. Das Betriebsergebnis beläuft sich auf 2,14 Millionen Franken vor Abschreibungen und Rückstellungen. Die Abschreibungen betragen 2,65 Mio. und die Rückstellungen 565 705 Franken. Das Jahresergebnis des Reussparks weist einen Verlust von rund 80 058 Franken auf. Der Reusspark hat weiterhin eine solide Auslastung. Die Nachfrage nach Pflegeplätzen ist konstant hoch, was auf den demografischen Wandel und dem damit verbundenen Anstieg der Anzahl älterer Menschen zurückzuführen ist. Die Kostenentwicklung ist ein Thema. Insbesondere die Personalkosten sind durch den anhaltenden Fachkräftemangel und die krankheitsbedingten Ausfälle gestiegen. Die Inflation hat zusätzlich zu höheren Preisen bei Lebens- und Hygienemitteln sowie bei der Energieversorgung geführt. Trotz diesen Entwicklungen konnten durch gezielte Sparmassnahmen und effiziente Nutzung der Ressourcen die finanziellen Belastungen abgefedert werden.
Debora Gattlen

