Das waren noch Zeiten, als sich fast jedes Dorf einen Dorfpolizisten leisten konnte. Damals vereinigte sich die Macht auf drei Autoritäten. Den Ammann, den Pfarrer und den Dorfpolizisten. Man kannte sich. Das war ein Vorteil. Präsenz und Bürgernähe hatten einen starken ...
Das waren noch Zeiten, als sich fast jedes Dorf einen Dorfpolizisten leisten konnte. Damals vereinigte sich die Macht auf drei Autoritäten. Den Ammann, den Pfarrer und den Dorfpolizisten. Man kannte sich. Das war ein Vorteil. Präsenz und Bürgernähe hatten einen starken Wert. Heutzutage ist vieles anders. Die Gemeinden leiden unter Kostendruck und sind gezwungen Sparpolitik zu betreiben. Sie versuchen, bei gleichzeitigem verantwortungsvollem Einsatz der öffentlichen Mittel, eine professionelle und verlässliche polizeiliche Grundversorgung zu ermöglichen.
Nun wollen die Hälfte der zehn beteiligten Gemeinden die Repol überprüfen und mit anderen Organisationsformen vergleichen. Das ist zu begrüssen. Um entscheiden zu können, müssen diese fünf Gemeinden Bewertungskriterien erarbeiten und entsprechend gewichten. Unter Umständen ist die bestehende Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal dann nicht die günstigste Lösung. Aber das Kostensenkungspotenzial darf da nicht das wichtigste Bewertungskriterium sein. Präsenz, Bürgernähe und Vertrautheit sind für mich sehr starke Kriterien. Unsere Polizistinnen und Polizisten kennen unsere Dörfer und Wohnquartiere. Unsere Gepflogenheiten sind ihnen vertraut, weil sie mit ihren Familien und Freunden in unserer Gegend wohnen. Sie haben kurze Arbeitswege und dadurch eine hohe Verfügbarkeit. Unsere Repol ist ein tragfähiges Organisationsmodell und eine sich lohnende Investition in unsere Gemeinschaft. Mit ihr schaffen wir mehr lokale Sicherheit und Prävention in unserer Region.
Ewald Rudolf von Rohr, Oberrohrdorf