Mit Erleichterung habe ich erfahren, dass das kürzlich an unserem Dorfbrunnen angebrachte Verbotsschild wieder entfernt wurde. Wie mir die Gemeinde inzwischen schriftlich bestätigt hat, wurde dieses Schild weder von der Gemeinde angebracht noch entspricht es einer offiziellen ...
Mit Erleichterung habe ich erfahren, dass das kürzlich an unserem Dorfbrunnen angebrachte Verbotsschild wieder entfernt wurde. Wie mir die Gemeinde inzwischen schriftlich bestätigt hat, wurde dieses Schild weder von der Gemeinde angebracht noch entspricht es einer offiziellen Regelung. Es wurde von unbekannter Seite montiert und inzwischen wieder entfernt.
Ich finde es bedenklich, dass jemand eigenmächtig ein offizielles Verbot vortäuscht. Solche Schilder erwecken den Eindruck einer behördlichen Anordnung, obwohl dafür gar keine Grundlage besteht. Das trägt nicht zu einem guten Miteinander bei, sondern sorgt vielmehr für Verunsicherung und unnötige Spannungen.
Die Gemeinde hat gleichzeitig bestätigt, dass es kein generelles Verbot gibt, Hunde in den Brunnen zu lassen. Stattdessen setzt sie auf gegenseitige Rücksichtnahme. Dafür möchte ich der Gemeinde ausdrücklich danken.
Ausgelöst wurde die Diskussion durch die Kolumne von Markus Jost. Seine Sichtweise darf selbstverständlich geäussert werden. Ich wünsche mir jedoch, dass wir bei diesem Thema die Verhältnismässigkeit nicht aus den Augen verlieren.
Unser historische Dorfbrunnen gehört seit Generationen zu Wohlenschwil. Er ist weit mehr als ein Wasserbecken – er ist ein Treffpunkt. An heissen Sommertagen kühlen Kinder ihre Füsse, Familien verweilen dort, Spaziergänger machen eine Pause und manchmal springt auch ein Hund für einen kurzen Moment ins Wasser oder trinkt daraus.
Natürlich soll niemand den Brunnen verschmutzen oder sich rücksichtslos verhalten. Das gilt für Hundebesitzer genauso wie für alle anderen. Rücksicht ist selbstverständlich. Aber Rücksicht bedeutet eben auch, nicht jedes Problem sofort mit einem Verbot lösen zu wollen.
Ich freue mich deshalb über das Signal der Gemeinde. Vertrauen in den gesunden Menschenverstand und gegenseitige Rücksicht sind oft der bessere Weg als zusätzliche Schilder.
Unser Dorf lebt nicht von möglichst vielen Vorschriften, sondern vom respektvollen Miteinander. Der Dorfbrunnen soll ein Ort bleiben, an dem sich Menschen begegnen, Kinder lachen und auch ein Hund an einem heissen Sommertag kurz Abkühlung finden darf – selbstverständlich mit Rücksicht auf alle anderen..
Caroline Sidler, Wohlenschwil