Niederwil: Der Radweg vom Niederwiler Kreisel ins Gnadenthal ist einen Schritt weiter, der Landerwerb erfolgtnieder
Der Radweg zwischen Fischbach-Göslikon/Niederwil/ Gnadenthal ist seit Jahren ein Thema. Der Kanton schob das Projekt auf die lange Bank. Nun wird vorwärts ...
Niederwil: Der Radweg vom Niederwiler Kreisel ins Gnadenthal ist einen Schritt weiter, der Landerwerb erfolgtnieder
Der Radweg zwischen Fischbach-Göslikon/Niederwil/ Gnadenthal ist seit Jahren ein Thema. Der Kanton schob das Projekt auf die lange Bank. Nun wird vorwärts gemacht.
Geplant war ursprünglich ein Radweg zwischen Fischbach-Göslikon, dem Nesselnbacher Kreisel (K270) und dem Reusspark (K413). Mit dem Projekt sollte nicht nur die Lücke im kantonalen Radwegnetz geschlossen werden. Vielmehr sollte (als 2014 der neue Schulverband Reusstal ins Leben gerufen wurde) der Radweg als sicherer Schulweg dienen. Dazu kam es aber nicht – Fischbach-Göslikon verabschiedete sich vom Projekt. Doch auch die Umsetzung der abgespeckten Variante, vom Nesselnbacher Kreisel zum Gnadenthal, war steinig, mehrere Anläufe scheiterten. 12 Jahre später will der Kanton nun den Radweg verwirklichen. Kürzlich wurden die Verträge für den Landerwerb an Grundbesitzende verschickt. Auf der 1,7 Kilometer langen Strecke wird ein 2,5 Meter breiter Radweg mit Grünstreifen entlang der Gnadenthalerstrasse entstehen. Die Pflegeinstitution Reusspark plant auf ihrem Land den Radweg zusätzlich mit einer Baumallee aufzuwerten.
Fischbach-Göslikon machte nicht mit
2014 schlossen die Gemeinden Fischbach-Göslikon, Künten, Niederwil und Stetten ihre Schulen zusammen. Angedacht war, dass die Oberstufe für den Schulverband in Stetten geführt wird. Um den Schulweg sicherer zu gestalten stimmte Fischbach-Göslikon noch im gleichen Jahr dem Kredit für den Bau eines Radwegs von Fischbach-Göslikon zum Nesselnbacher Kreisel und ins Gnadenthal zu. Doch dazu kam es nicht, die Gemeinde entschied sich gegen den Bau ihres Radwegabschnittes.
Der Grund: Der Schulverband startete mit einem neuen Konzept, die Oberstufe wird seither an zwei Standorten, in Stetten und Niederwil, altersdurchmischt geführt. Die Fischbach-Gösliker Oberstufenschüler gehen daher seither nach Niederwil zur Schule; der Radweg ins Gnadenthal stand nicht mehr auf der obersten Prioritätenliste der Gemeinde. Zudem gingen bei der Auflage diverse Einwendungen ein.
Radweg ins Gnadenthal kommt
Auch die Umsetzung des Radwegs entlang der K413, vom Kreisel Richtung Gnadenthal verlief bisher erfolglos. Nicht nur die zuständigen Projektleiter beim Kanton wechselten, sondern auch der Landerwerb und -abtausch gestaltete sich schwierig. Durch die neue Verteilung der Pachtverträge des Vereins Gnadenthals, Trägerverein des Reussparks, nahm das Projekt wieder Fahrt auf. Der Veloweg ist Bestandteil des Gesamtkonzepts mit naturnahen Aufwertungen der Pflegeinstitution. «Die Verträge für den Landerwerb wurden Ende Juni an die Landbesitzenden versandt», sagt Lukas Vock, Gemeinderat von Niederwil. «Es sieht so aus, als wenn der Kanton mit dem Projekt nun endlich vorwärts macht.» Die Landbesitzer müssen nicht nur unterzeichnen, sondern können auch vorbringen, was sie noch ändern wollen. Gibt es keine Einigung, würde es zu einem Enteignungsverfahren kommen. «Die Gemeinde Niederwil rechnet damit, dass die meisten Landbesitzenden einverstanden sind und mit dem Bau des Radweges in der zweiten Hälfte 2027 begonnen werden kann», führt Lukas Vock aus.
Radweg ist Mehrwert für die Region
Das Gnadenthal ist nicht nur für seine über die Region hinaus bekannte Pflegeinstitution Reusspark bekannt.
Es ist auch als Naherholungsgebiet bei Jung und Alt beliebt – eine sichere Radwegverbindung stellt daher einen Mehrwert dar. «Man kann sicherlich auch über Nesselnbach auf Nebenstrassen zum Gnadenthal gelangen», so Lukas Vock. Dafür müsse man aber ortskundig sein oder über ein modernes E-Bike mit GPS verfügen. Tatsache sei, dass bis anhin viele Velofahrende den direkten Weg auf der meist stark befahrenen Hauptstrasse wählten. Und das führe zuweilen zu brenzligen Überholmanövern zwischen Autos und Zweirädern. «Es ist ein Armutszeugnis, wie lange der Kanton die Umsetzung des Radwegs auf die lange Bank geschoben hat», sagt Walter Koch, alt Gemeindeammann von Niederwil. «Es wäre schön, wenn die Gemeinde den Veloweg im Jahr 2028 in Betrieb nehmen könnte.»
Debora Gattlen