Verkehrssicherheit werden mit Mittelinseln erhöht
18.09.2026 NiederwilNiederwil: Die Gemeinde und der Kanton stellten am Infoanlass das Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Sanierung der Hauptstrasse vor
Der Besucheraufmarsch an der Infoveranstaltung war gross. Viele nutzten die Gelegenheit, sich über die vom Kanton und der Gemeinde ...
Niederwil: Die Gemeinde und der Kanton stellten am Infoanlass das Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Sanierung der Hauptstrasse vor
Der Besucheraufmarsch an der Infoveranstaltung war gross. Viele nutzten die Gelegenheit, sich über die vom Kanton und der Gemeinde geplante Sanierung der Hauptstrasse ein Bild zu machen. Seit Jahren ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit im Dorf ein Dauerthema.
Bereits vor dem offiziellen Beginn der Infoveranstaltung fanden sich am Montagabend circa 120 Interessierte in der Mehrzweckhalle ein. Sie studierten die aufgehängten Pläne und Visualisierungen für die geplante Sanierung der Hauptstrasse durchs Dorf. Das Thema Erhöhung der Verkehrssicherheit beschäftigt die Niederwiler Bevölkerung seit langem – die Gemeinde gelangte bereits mehrmals damit an den Kanton. Fast neun Jahre wurde geplant und Varianten geprüft. 2019 veranstaltete die Gemeinde einen Workshop, bei dem die Bevölkerung ihre Vorstellungen einbringen konnte. Nun liegt das Vorprojekt des Kantons vor. Das meiste, was die Gemeinde und Bevölkerung sich bei einer Sanierung wünscht, wurde nun im Betriebs- und Gestaltungskonzept umgesetzt. Fragen gab es zu den Bushaltestellen.
Verkehrssicherheit ein Dauerthema
«Ich war um die 12 Jahre alt, als vor fast 60 Jahren die Hauptstrasse gebaut wurde. Ich erinnere mich noch gut daran. Seither hat die Strasse das Dorf geprägt», sagte Gemeindeammann Norbert Ender zu Beginn. Da die viel befahrene Strasse den heutigen Anforderungen für die Verkehrssicherheit nicht mehr genüge, habe die Gemeinde die Initiative ergriffen und beim Kanton das Anliegen für eine Sanierung vorgebracht. An der Infoveranstaltung gab es während eineinhalb Stunden einen ersten Einblick, wie die Kantonsstrasse künftig aussehen soll. «Wir wollen das Vorprojekt für die Strassensanierung vorstellen», sagte Michael Erhard, Projektleiter beim Departement für Verkehr und Umwelt, Abteilung Tiefbau. Ob die Strasse wieder 60 Jahre halte, wisse er nicht. Aber die geplante Sanierung werde sicherlich auch lange halten. An oberster Stelle stehe dabei, die Verkehrssicherheit für Fussgänger, Langsamverkehr und für Autofahrende zu erhöhen.
Projektverfasser David Burkhard von der Metron Verkehrsplanung AG stellte das Vorprojekt vor. «Es ist Handlungsbedarf vorhanden», sagte Burkhard. Der Belag weise Risse auf, beim Ortseingang werde zu schnell gefahren, die Bushaltestellen seien nicht barrierefrei und es bestünden Fussgängerstreifen mit fehlenden Querungshilfen. Dazu käme eine unzureichende Velowegverbindung. Die Umsetzung für das Vorprojekt sei in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton und dem Gemeinderat entstanden. Auch die Anliegen der Bevölkerung seien geprüft und fast alle umgesetzt worden.
10 Millionen für Strassensanierung
Die Strasse durchs Dorf soll für 10 Millionen Franken saniert werden. Der Gemeindeanteil beträgt knapp 3,1 Millionen Franken. Der Abschnitt der Haupt- und Gnadenthalerstrasse, vom Dorfeingang (Richtung Wohlen) bis zum Nesselnbacher-Kreisel, weist eine Länge von 1200 Metern auf. «In diesem Bereich fahren täglich zwischen 5900 bis 7500 Fahrzeuge durch», führte David Burkhard aus. Ein Fokus bei der Strassensanierung liege beim Fussund Langsamverkehr. Vom Gemeindehaus bis zum Volg ist ein Trottoir vorhanden. Bei der Sanierung werden fehlende Trottoirs beidseitig ergänzt. Da viele bestehende Fussgängerquerungen auch Schulwege sind, werden diese mit einer Verkehrsinsel versehen.
Ein Knackpunkt beim Projekt sind der Knoten Abzweigung Haupt-/Göslikerstrasse und die Bushaltestelle beim Dorfplatz. Die Busse werden beim geplanten Projekt nicht wie bisher einen Schwenker zum Dorfplatz einlegen. Vorgesehen ist: Busse Richtung Wohlen/Bremgarten halten in einer Bus-Bucht, Richtung Mellingen/Stetten, ist ein Halt auf der Strasse geplant. Genau das gab Anlass für Diskussionen. Gefragt wurde, ob das zu den Hauptverkehrszeiten nicht zu Staus führe, eine zweite Bucht wurde das verhindern. Burkhard führte aus, dass gemäss Verkehrszählung bei einem Busstopp von circa 30 Sekunden höchstens 3,1 Fahrzeuge warten müssten. Eine zweite Bucht sei an dieser Stelle wegen vorhandenen Bauten und des Abbiegers Göslikon nicht möglich. Frau alt Vizeammann Cornelia Stutz sagte: «Viele umliegende Gemeinden haben auch Bushaltestellen auf der Strasse. So Wohlen, Stetten, Mellingen, Oberrohrdorf und Niederrohrdorf.» Dort käme es deswegen zu keinem Stau.
Kein Kreisel aus Platzgründen
Der von der Bevölkerung und der Gemeinde gewünschte Kreisel beim Knoten Hauptstrasse/Göslikerstrasse konnte aus Platzmangel nicht berücksichtigt werden. Stattdessen wird der Abzweiger optimiert. «Um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge beim Dorfeingang zu verringern, ist eine Eingangspforte aus Richtung Wohlen vorgesehen. Dort wird teilweise über 60 Kilometer pro Stunde gefahren», so Burkhard. Ebenso für eine Verlangsamung des Verkehrs sollen an verschiedenen Stellen im Dorf farblich abgesetzte Mittelzonen sorgen. Diese können auch Velofahrende zum sicheren Abbiegen nutzen. Vom Nesselnbacher Kreisel wird neu bis zur Hubelstrasse ein Veloweg entstehen. Bereits seien mit Grundeigentümern Vorabklärungen durchgeführt worden. Bei der Strassensanierung wird zusätzlich der Strassenbelag durch einen lärmdämmenden Flüsterbelag ersetzt, die Werkleitungen und die Bachleitung unter der Strasse angepasst.
Von 2027 bis 2029 wird gemäss BVU-Vertreter Erhard das Bauprojekt ausgearbeitet und die Gemeindeversammlung muss den Kredit dazu absegnen. Im Anschluss erfolgt die öffentliche Auflage und der Landerwerb. Gemäss Erhard sollen die Bauarbeiten an der Dorfdurchfahrt frühestens 2032 beginnen und rund zwei Jahre dauern.
Debora Gattlen


