Am 8. März stimmen wir über das Bundesgesetz zur Individualbesteuerung ab. Für mich ist klar: Dieses neue System löst kein Problem, es schafft neue Ungerechtigkeiten und viel zusätzliche Bürokratie. Profitieren würden vor allem Doppelverdiener-Ehepaare mit ...
Am 8. März stimmen wir über das Bundesgesetz zur Individualbesteuerung ab. Für mich ist klar: Dieses neue System löst kein Problem, es schafft neue Ungerechtigkeiten und viel zusätzliche Bürokratie. Profitieren würden vor allem Doppelverdiener-Ehepaare mit ähnlich hohen Einkommen. Viele andere Paare hingegen, insbesondere solche mit deutlich unterschiedlichen Einkommen – was in Familien mit Kindern häufig der Fall ist – müssten künftig mehr Steuern bezahlen. Das ist keine faire Reform, sondern eine Umverteilung zulasten klassischer Familienmodelle.
Dazu kommt der enorme administrative Mehraufwand. Ehepaare müssten neu zwei separate Steuererklärungen ausfüllen und sämtliche Abzüge, Vermögenswerte und Einkommen aufteilen. Schon heute ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine Herausforderung. Unsere Zeit ist mit Arbeit, Betreuung und Alltagspflichten knapp genug. Statt Vereinfachung bringt diese Vorlage zusätzliche Komplexität und Papierkram.
Nicht nur Familien wären betroffen, sondern auch Kantone und Gemeinden. Neue Systeme, mehr Personal und höhere Verwaltungskosten durch 1,7 Millionen zusätzliche Steuererklärungen wären die Folge. Bezahlt wird das von uns allen.
Für mich ist klar, die Heiratsstrafe muss beseitigt werden. Doch dafür braucht es keine teure und bürokratische Systemumstellung. Viele Kantone haben es schon vorgemacht und das Gleiche will die Fairness-Initiative der Mitte nun auf Bundesebene: Bei der Bundessteuer soll neben der gemeinsamen Besteuerung eine alternative Berechnung anhand des Tarifs für unverheiratete Personen erfolgen und nur der tiefere der beiden Beträge in Rechnung gestellt werden. Somit werden alle Personen unabhängig vom gewählten Lebensmodell nicht steuerlich benachteiligt. Darum stimme ich am 8. März klar Nein zur Individualbesteuerung.
Severine Jegge, Grossrätin Die Mitte, Oberrohrdorf