Engadiner Skimarathon: Unter den vielen Teilnehmenden waren auch Hertbert Huber und Monika Hintermann aus Stetten
Zusammengezählt haben sie 55 Engadiner Skimarathons absolviert: Herbert Huber aus Stetten war zum 35. Mal dabei, seine Partnerin Monika Hintermann zum 20. ...
Engadiner Skimarathon: Unter den vielen Teilnehmenden waren auch Hertbert Huber und Monika Hintermann aus Stetten
Zusammengezählt haben sie 55 Engadiner Skimarathons absolviert: Herbert Huber aus Stetten war zum 35. Mal dabei, seine Partnerin Monika Hintermann zum 20. Mal.
◆ Herbert Huber, können Sie sich noch an Ihren allerersten Engadiner erinnern?
Ich kann mich erinnern, dass ich nervös war und in der Nacht vorher nicht so gut geschlafen habe. Ich hatte das Gefühl, dass ich die Kirchenuhr jede halbe Stunde schlagen höre. Man weiss nicht, was einen erwartet, hat keine Ahnung von der Strecke.
◆ Inzwischen haben Sie Routine: Am 8. März haben Sie Ihren 35. Engadiner absolviert. Haben Sie Jahre ausgelassen?
Nur diejenigen, die vom Veranstalter abgesagt worden waren, wegen Wetter oder wegen Corona. Ich hatte Glück und war nie ernsthaft verletzt.
◆ Das heisst auch, dass Sie regelmässig trainieren?
Ja, meine Partnerin und ich trainieren regelmässig. Nicht nur Langlauf – wir nehmen auch an Lauf-Marathons teil, waren am New Yorker, in London, Berlin, Köln und Zürich. Auch an Bergläufen wie dem Davoser oder dem Jungfrau-Marathon haben wir schon mitgemacht.
◆ Sind Sie denn gar nicht mehr nervös am Start?
Heute ist es mehr Vorfreude. Und wenn man dann über die Ziellinie läuft, ist es eine riesige Erleichterung: das Wissen, dass man so was überhaupt schafft, dass der Körper das mitmacht. Das sind schon sehr spezielle Momente, alle Nervosität und alle Befürchtungen sind dann weg.
◆Haben Sie sich denn auf der Strecke noch nie gefragt, weshalb Sie sich das antun?
Doch, aber vor allem vor dem Start. Wenn man dann am Rennen ist, muss man sich konzentrieren, sonst gibt es noch Kollisionen.
◆ Sie machen seit bald 40 Jahren am Engadiner mit. Was fiel Ihnen leichter, als Sie jünger waren?
Wenn man jung ist, hat man einfach mehr Power. Ich trainiere gleich viel wie vor 30 Jahren, also relativ viel. Und jetzt merke ich einfach, dass der Körper sich meldet, dass er vielleicht nicht mehr ganz die Leistung bringt. Es gab Jahre, da bin ich vorne gestartet, mit den Besten.
◆Was ist denn heute einfacher?
Ich muss nichts mehr beweisen, weder mir noch sonst jemandem. Ich bin gelassener. Der Rang ist nicht mehr das Wichtigste. Heute geniesse ich den Anlass auch kommunikativ: Ich stehe da mit meinen 73 Jahren am Start mit Leuten, die meine Enkel sein könnten. ◆ Wollen Sie nächstes Jahr wieder mitmachen?
Wenn es die Gesundheit zulässt, sicher. Solche Ziele sind ja immer auch Motivation für regelmässiges Training, und das wiederum ist gut für die Gesundheit. Meine Partnerin und ich haben zum Beispiel letzten Oktober schon in Davos trainiert, dann war ich mit ein paar Kollegen einige Tage in St. Moritz und dann waren wir noch in der Lenzerheide. Das macht Spass und ist natürlich eine super Vorbereitung.
Susanne Loacker