Noe Zumstein aus Künten an der INTER MX2 Schweizer Meisterschaft in Broc
Noe Zumstein ist nach seiner Verletzung wieder da. Nun müssen Vertrauen, Fahrpraxis und Konsistenz folgen.
Die Vorbereitung auf das Rennen in Broc war alles andere als optimal ...
Noe Zumstein aus Künten an der INTER MX2 Schweizer Meisterschaft in Broc
Noe Zumstein ist nach seiner Verletzung wieder da. Nun müssen Vertrauen, Fahrpraxis und Konsistenz folgen.
Die Vorbereitung auf das Rennen in Broc war alles andere als optimal verlaufen. Aufgrund einer Wirbelverstauchung und einer zusätzlichen Ohrenentzündung konnte Noe Zumstein lediglich ein einziges Mal auf dem Motorrad trainieren. Dass er überhaupt am Start stehen konnte, war bis kurz vor dem Rennwochenende nicht selbstverständlich.
Im freien Training belegte Noe Platz 14, im Zeittraining folgte Rang 17. Die Rundenzeiten zeigten deutlich: Auf diesem Niveau entscheiden nicht nur Fitness und Geschwindigkeit. Wer auf einer anspruchsvollen Strecke nicht mit voller Überzeugung in die Kurven fährt und dem Motorrad nicht hundertprozentig vertraut, verliert bei jeder Passage entscheidende Zehntelsekunden.
Der Start zum ersten Lauf war dafür ein echtes Ausrufezeichen. Trotz fehlendem Starttraining erwischte Noe von weit aussen einen nahezu perfekten Start und verpasste den Holeshot nur knapp und ging als Zweiter in die erste Runde. Einmal mehr zeigte sich, dass Starts zu seinen grossen Stärken gehören.
In den ersten Kurven fehlte jedoch noch das nötige Vertrauen in die Strecke und das Motorrad. Noe fiel bereits in der ersten Runde auf Platz 10 zurück. Mit zunehmender Renndauer wurden die Rückenprobleme immer stärker. Bei extremen 33 Grad, körperlicher Erschöpfung aufgrund des gehemmten Fahrstils kämpfte er sich schliesslich auf Platz 16 ins Ziel. Zurück im Paddock waren die Folgen deutlich sichtbar: Noe musste sich auf den Boden legen und konnte sich aufgrund der starken Rückenschmerzen während Minuten kaum noch bewegen.
Trotzdem stellte er sich auch dem zweiten Lauf. Mit grossem Kampfgeist brachte er das Rennen auf Platz 14 zu Ende. In der Tageswertung bedeutete dies overall Rang 16 und weitere zwölf Punkte für die Schweizer Meisterschaft.
Keine halben Sachen
Der bisherige Saisonverlauf entspricht noch nicht unseren Erwartungen. Gleichzeitig zeigt Broc sehr deutlich, wie hoch die Anforderungen in der IN-TER-Klassen sind.
Motocross verlangt körperlich, technisch und mental alles. Auf diesem Niveau reicht es nicht, grundsätzlich schnell zu sein. Die Kurven müssen mit voller Überzeugung gefahren werden, das Vertrauen in das Motorrad muss stimmen und die Abläufe müssen durch regelmässiges Training automatisiert sein. Sobald dieses Vertrauen fehlt, ist gegen die starke Konkurrenz kaum etwas zu holen. Viel Rad- und Krafttraining schafft eine wichtige physische Grundlage. Es kann jedoch die entscheidenden Stunden auf dem Motorrad nicht ersetzen.
Nun gilt es, den Rücken vollständig ausheilen zu lassen und anschliessend endlich wieder regelmässig Motocross zu trainieren. Denn das vorhandene Potenzial ist sichtbar – insbesondere bei den Starts. Jetzt müssen Vertrauen, Fahrpraxis und Konstanz folgen.
Das nächste internationale Rennen findet am 8. und 9. August beim ADAC MX Masters in Gaildorf statt. (zVg)